Low Carb – Schlank und fit ohne Hungern? Teil 1: Insulin

Low Carb ist in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Was dahinter steckt sollte inzwischen wirklich jeder wissen. Kurz gesagt wird der Konsum von Kohlenhydraten so weit wie möglich eingeschränkt. Dabei gibt es verschiedene “Stärkegrade”, vom fast vollständigen Verzicht bis zum moderaten Einschränken.

Typische Low Carb Mahlzeit mit Fleisch und Gemüse

Typische Low Carb Mahlzeit mit Fleisch und Gemüse

Der Grundgedanke ist in der Biochemie des Stoffwechsels begründet. Extrem vereinfacht gesagt kann der Körper nur Fett einlagern wenn Insulin ausgeschüttet wird. Insulin ist das Hormon, das (wiederum extrem vereinfacht ausgedrückt) Glukose (also Zucker) vom Blut in die Zellen schafft. Ohne Insulin würde der Blutzucker im Blut verbleiben. Man hätte Diabetes.

Der Körper schüttet also bei Zufuhr von Zucker (dem einfachsten Kohlenhydrat) Insulin aus. Alle Kohlenhydrate haben als kleinsten Baustein Glukose oder werden mit wenigen Stoffwechselschritten in Glukose umgebaut. Das heißt, wenn man Kohlenhydrate, in welcher Form auch immer, zu sich nimmt, steigt der Insulinspiegel im Blut an. Bei “kurzkettigen” Kohlenhydraten (z.b. Zucker, Traubenzucker, Fruchtzucker etc.) schneller als bei “langkettigen” (z.b. Stärke). Ein erhöhter Insulinspiegel sorgt nun dafür, dass der Zucker in die Zellen kommt. Dort wird er verwertet, um Energie zu erzeugen. Überflüssige Energie, die nicht sofort verbraucht wird, wird dann zu Fett umgebaut und eingelagert.

Ist der Zucker aus dem Blut in die Zellen abtransportiert fällt der Insulinspiegel wieder ab, denn es wird ja nicht mehr gebraucht. Leider, leider verursacht ein abfallender Insulinspiegel aber wiederum Hunger. Je schneller das alles passiert, desto schneller ist der Hunger wieder da.

Es gilt also, den Insulinspiegel möglichst langsam schwanken zu lassen. Und hier kommen wir zu Low Carb. Hier werden sehr wenige Kohlenhydrate zugeführt und diese fast ausschließlich in Form langkettiger KHs wie Stärke. Einfache Zucker sind (je nach Strenge des Programms) verboten. Deshalb bekommt man bei Low(est) Carb auch kein Obst und wenn dann kein “süßes” Obst wie Bananen oder Trauben, denn diese enthalten extrem viel Zucker und Fruchtzucker. Damit bleibt der Insulinspiegel relativ konstant, da “Blutzuckerspitzen” und starke Schwankungen ausbleiben. Damit ist schon mal ein Faktor für Heißhunger gebannt.

Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit der Frage, wo die Energie denn nun her kommt, wenn nicht aus den Kohlenhydraten.

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